Professor(in) werden
Sie interessieren sich für eine Professur an einer Fachhochschule ?
Eingehende und umfassende Informationen bietet Ihnen der Hochschullehrerbund hlb in seinem Seminar: Das Berufungsverfahren an Fachhochschulen - rechtliche und praktische Aspekte. Ein Intensiv-Bewerbertraining bereitet Sie umfassend auf Bewerbungsverfahren an Fachhochschulen vor. Nähere Informationen finden Sie im Bereich Seminare auf diesen Internetseiten.
Einstellungsvoraussetzungen
Die Berufungschancen hängen maßgeblich davon ab, ob die ausgeschriebene Stelle mit dem Profil des Bewerbers übereinstimmt. Während bei Universitäten die ausschließlich wissenschaftliche Qualifikation im Vordergrund steht, wird für Fachhochschulprofessuren zusätzlich Berufserfahrung erwartet:
- Abgeschlossenes Hochschulstudium
- Pädagogische Eignung, die vor allem durch die Erfahrungen in der Hochschullehre und in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nachgewíesen werden kann,
- Besondere Befähigung zu wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeit, die durch eine qualifizierte Promotion und wissenschaftliche Veröffentlichungen nachgewiesen werden kann. Künstlerische Qualifikation kann durch Preise und Auszeichnungen oder Ausstellungen glaubhaft gemacht werden.
- Mindestens 5 jährige Berufspraxis, davon 3 Jahre außerhalb des Hochschulbereichs.
Im Hinblick auf die Verbeamtung gelten Einstellungsaltersgrenzen, die länderweise unterschiedlich zwischen 45 und 55 liegen. Bei Überschreiten der Einstellungsaltersgrenze kommt im Regelfall keine Verbeamtung, sondern nur eine Anstellung im Angestelltenverhältnis in Betracht. Der Hochschullehrerbund hlb informiert Sie über die Unterschiede in der Vergütung bei der Verbeamtung und der Anstellung im öffentlichen Dienst.
Die längerfristige Vorbereitung auf eine Bewerbung auf eine Professur
Für eine wissenschaftliche Karriere empfiehlt sich eine sorgfältige Planung der Qualifizierung. Nachfolgend sind einige Punkte genannt, die hier hilfreich sein können:
- Eigenes Arbeitsgebiet nicht zu eng fassen,
- Wissenschaftliches Profil durch Veröffentlichungen, Fachvorträge etc. schärfen,
- Ohne praktische Berufserfahrung außerhalb der Hochschule oder hochschulähnlichen Einrichtungen ist die Berufung auf eine FH-Professur schwierig,
- Lehrerfahrung sammeln durch Lehraufträge, Vertretungs-, Gastprofessuren u.ä.
- Die Möglichkeiten nutzen, die Mitgliedschaften in Netzwerken, Fachgesellschaften und Berufsverbänden bieten,
- Die Möglichkeiten nutzen, an Berufungsverfahren teilzunehmen,
- Rechtzeitig um potenzielle GutachterInnen kümmern.
Die Bewerbungsunterlagen
- Mindestbestandteile der Berwerbungsunterlagen sind
- Anschreiben: kurz und prägnant, ca.1,5 Seiten. Es sollte alle wichtigen Informationen zur Qualifikation und Motivation enthalten
- Das Foto sollte Kompetenz, Seriosität, Engagement, Offenheit vermitteln.
- Der Lebenslauf sollte übersichtlich gestaltet sein und mit den wichtigsten Daten zu Ihrer Person und vor allem mit allen stellenrelevanten Informationen versehen sein.
- Liste der Publikationen / Vorträge
- Liste der gehaltenen Lehrveranstaltungen (was, wo, vor wem),
- Betreute Promotionen, Abschlussarbeiten
- Drittmitteleinwerbung, Drittmittelprojekte
- Ämter in Fachgesellschaften, wiss.Gesellschaften etc.
- sonstige Kompetenzen z.B. Management-/Projekterfahrung
- Zeugnisse (Studienabschluss, Promotion, Arbeitszeugnisse)
- ggf. Dokumentation des Standes der Promotion
Während des hlb-Seminars "Das Berufungsverfahren an Fachhochschulen" haben Sie die Gelegenheit, Ihre Bewerbungsmappe einzureichen.
Die Probelehrveranstaltung
Die Bewertung der Probelehrveranstaltung durch die Studierenden erfolgt in der Regel anhand eines standardisierten Fragebogens mit z.B. folgenden Fragen:
1 Fachkompetenz
1.1 gemessen am Vortrag
1.2 Gesamteindruck
1.3 Anwendungsbezug
2. Didaktik
2.1 Struktur
2.2 Verständlichkeit
2.3 Medieneinsatz
2.4 Einbindung der Studierenden
2.5 Zeitmanagement
3. Persönlichkeit
Die Vorbereitung auf den Probelehr- oder Fachvortrag sowie die Gestaltung von Lehrkonzepten ist Bestand des vom hlb angebotenen Intesiv-Berwerbertrainings.
Vergütung, Anstellung, Altersversorgung
Bevor Sie einen erteilten Ruf annehmen, sollten Sie sich in jedem Fall über Vergabedingungen von Funktions- und Leistungszulagen erkundigen. Denn diese entscheiden über die Entwicklungsmöglichkeiten Ihres Gehalts. Im Vergleich zur Situation an den Universitäten gab es an den Fachhochschulen bislang allenfalls sehr schmale Verhandlungsspielräume. Das kann sich in Zukunft, insbesondere durch die Regeln der W-Besoldung, ändern. Bei der derzeitigen Finanzausstattung der Hochschulen sollte man wohl keine zu hohen Erwartungen an Sach-, Personal- und Finanzausstattung stellen.
Die Berufungsverhandlungen werden in der Regel mit der Hochschulleitung und dem Dekan bzw. der Dekanin geführt.
Nähere Informationen über die Grundvergütung, die Zulagenarten, deren befristete oder unbefristete Gewährung und Ruhegehaltfähigkeit sowie über den Verhandlungsspielraum und Ihre individuelle Verhandlungsposition und Verhandlungsstrategie erhalten Sie während der hlb-Seminare: Die W-Besoldung erfolgreich gestalten mehr... und der Bewerberseminare des hlb.
Erste Informationen über die Professorengehälter in der W-Besoldung erhalten Sie hier